Nairobi Safaritour

Nairobi – oft gehört und bisher maximal mit dem Finger auf der Landkarte dort gewesen. Recht schnell war klar, der berufliche Trip dahin muss zumindest noch ein kleines bisschen verlängert werden – wer weiß wann man denn da nochmal hinkommt.
Die private Vorbereitungszeit war, bedingt durch die geschäftlichen Vorbereitungen auf ein absolutes Minimum limitiert, aber es hat zumindest soweit gereicht, das Hotel zu verlängern und mir zwei unterschiedliche Safari-Touren zu checken.

Jetzt bin ich zwar grundsätzlich kein absoluter Scheißer, aber wissend, dass Nairobi ein völlig anderer Kulturkreis ist und im Unwissen um dortige Gepflogenheiten und welche Gegenden man als der Landessprache Unmächtiger möglicherweise meiden sollte, habe ich mich den „Luxus“ gegönnt, Anbieter zu wählen, die mich vom Hotel abholen.
Was ich allerdings erst auf der ersten Tour erfahren habe ist, dass es im nächstgelegenen Nationalpark (der übrigens direkt an der Stadtgrenze liegt und auf einer Seite hin offen ist um den Tieren „ein- und ausreise“ zu ermöglichen) keine Elefanten gibt, da er dafür zu klein ist.

Im Hotel eingesammelt, ging es knapp 30min Richtung Stadtgrenze, auch durch Stadtteile, wo man als ausländische weiße Frau, froh ist dort nicht aussteigen zu müssen.
Am Parkeingang angekommen, ist die erste Grundregel: Nicht aussteigen! Es gibt wohl eine handvoll von Rangern bewachte Plätze im Park wo man kurz aussteigen darf und, wenn nötig, auch mal „um’s Eck“ kann. Wer Toiletten oder etwas ähnliches erwarten würde, wird bitter enttäuscht. Auch das alt-hergebrachte Plumpsklo gleicht einem Thron im Vergleich. Sagen wir, es ist ein Erdloch mit ein paar Holzplanken rundherum 😉

Das allerdings hat der Safari-Erfahrung keinen Abbruch getan.
Tiere haben auf sämtlichen Fahr-Pisten grundsätzlich Vorrang, und so kann es schon vorkommen, dass man mal eben 15min anhält um zu warten bis die Giraffenherde die „Straßenseite“ vollständig gewechselt hat.
Viele Tiere hätte ich ohne Hinweis im Gebüsch oder den Tümpeln, nicht mal gesehen und entdeckt. Mindestens ebenso viele Tiernamen habe ich mir nicht merken können aber auch die Feststellung „Pumba“ hat sich als universelle Bezeichnung für ein Warzenschwein offensichtlich durchgesetzt.

Neben dem Highlight am zweiten Tag, eine Löwendame beim Erbeuten eines Gnu’s (?) zu erwischen, war es durch die Bank extrem beeindruckend, all diese Tiere, teilweise so Nahe und in live zu erleben.
Diese ca. 3h Tour ist voll von spannenden Erfahrungen und Momenten und ich hatte das Glück, besonders am ersten Tag, einen Guide zu haben, der wahnsinnig viel zu den Tieren erzählen konnte und geteilt hat. Egal ob es die Zebras sind, die in völliger Ruhe dort standen, wohl aber weit davon entfernt sind, nette Tiere zu sein. Das Rudel Löwinnen am Horizont, die samt ihrer Jungtiere, die vorbeilaufenden Warzenschweine und ähnliches ganz genau im Auge behalten, Baby-Pfaue die wie flauschige kleine Wollknäuel hinter dem Muttertier her sausen.

Am Ende, neben ganz vielen spannenden Eindrücken, auch die Erkenntnis, dass es durchaus eine gute Portion Glück braucht um auch entsprechende Bilder mit nach Hause zu bringen – die Tiere kümmern sich nicht darum ob man die Kamera bereits parat hat oder die Einstellungen noch fix anpassen muss.