Ein weiterer, eigentlich beruflicher „Ausflug“ hat mir die Möglichkeit verschafft, eine ganze Latte meiner persönlichen Bucket-List abzuhacken.
Husky-Schlitten fahren, in einem Glas-Iglo schlafen, Nordlichter sehen, Schneemobil fahren und Schneeschuhwandern.
Grundsätzlich war vieles davon bereits Teil des Teilnehmer-Programms allerdings hatte ich bereits im Vorfeld beschlossen, nochmal 3 Tage Lappland dran zu hängen nur für mich – ganz nach meiner Agenda – und es war jeden Cent und jedes Grad Minus wert!
Wir hatten vor Ort tatsächlich Glück – es waren nie unter -20 Grad (und Anfang Januar können es auch gut und gerne schon mal -30/-40 Grad sein.
Das heißt, entsprechende Klamotten und Ausstattung ist ein Muss!
Ein von vor-Ort direkt verschickter Video-Schnippsel der Husky-Schlittenfahrt forderte den brüderlichen Kommentar „the-middle-of-nowhere wäre hiermit definiert“ und was soll ich sagen – er hatte recht 😀
In der Gegend von Saariselkä leben bei ca 10.000 Einwohnern ca. 100.000 Rentiere. Das beschreibt schon ein kleines bisschen das Verhältnis von bewohnten Regionen im Vergleich zu „Gegend“ – davon haben die da oben tatsächlich reichlich.
Weil ich Huskys so grandios finde, habe ich mir zwei verschiedene Touren gegönnt – einmal zum vollständig selbst fahren und einmal in einem 10er-Schlitten hauptsächlich mit-fahren.
Zum selbst fahren – die erste Regel: wenn du stehen bleibst, Anker setzen, sonst ist der Schlitten weg und vor der Kurve bremsen, den Hunden ist es nämlich ziemlich egal ob du die Biegung bekommst, da musst du schon selbst drauf schauen, die Herrschaften geben einfach Gas.
Highlight: das Mädchen durfte nach der Schlittenfahrt noch eine Weile ins Gehege mit den Husky-Babies (knappe 3 Monate alt) – da ist die Kamera allerdings ganz fix abgemeldet, weil es wird alles beschnuppert und angeknabbert was in Reichweite ist, außerdem müssen sämtliche Hände zum kraulen herhalten <3
Tags danach, auf einer kleineren Huskyfarm (www.happyhuskies.com), dafür mit großem Schlitten, war es nochmal eine ganz andere Erfahrung. Im Winter brauchen die Tiere täglich ca 25km bei durchschnittlichen 15km/h „Auslauf“ – mehr Hobbies braucht man dann nicht mehr.
Sobald die Hunde im Geschirr sind, wollen sie auch los und zwar JETZT – was sie lautstark verkünden. Und faszinierend, die beiden Leithunde dieses Rudels, beherrschen bestimmte Kommandos, so wie links/rechts, langsamer/schneller u.ä. – bei voller Fahrt.
Und JAAA Husky-Welpen sind einfach zum einpacken süß – allerdings wären diese in den mitteleuropäischen Breitengraden unglaublich arm. Ihre Höchstleistungen und am wohlsten fühlen sie sich bei ca -15 Grad. Ab -10 Grad aufwärts wird’s den Hunden schon wieder warm beim laufen und unterwegs wird Schnee aufgeschnappt und bei jedem kurzen Halt kommt entweder die Schnauze in den Schnee oder der ganze Hund.
Ein weiteres Highlight habe ich noch in der letzten Nacht vor Ort geschafft. 3 mal war ich Nachts (mit Guides) unterwegs und tatsächlich erst in der letzten Nacht habe ich es geschafft Nordlichter in live und Farbe zu sehen.
Auch hier die Erkenntnis, man muss den Himmel lesen können um zu erkennen, wo sie demnächst stärker werden und es sich lohnt Halt zu machen. Es grandioses Spektakel und ganz nebenbei habe ich noch nie zuvor einen so klaren Sternenhimmel und auch die Milchstraße gesehen.
Als Erkenntnis dieser Nacht – so 1-2 Blenden am Objektiv haben oder nicht haben entscheiden über fotografisches sein oder nicht-sein.
Fazit:
– Mit der entsprechenden textilen Ausstattung ist die Kälte überhaupt kein Problem. Und fairerweise, -5 bis -10 Grad in DE/AUT fühlen sich deutlich kälter an als da oben -15/-20 Grad.
– Die Natur, die Schneelandschaften sind faszinierend – und gleichzeitig unglaublich beruhigend (muss am Schnee liegen…)
– Huskies dort oben leben das ganze Jahr draußen – und riechen auch so 😀
– Rentiere interessieren sich eigentlich nur für dich, wenn du zB getrocknetes Moos anzubieten hast
– mein persönliches Wohlfühltempo auf dem Schneemobil, bei Nacht & Schneefall endet bei 30 km/h














